Umwege und Abwege. Von Sigüenza über Carabías nach Atienza, 8. Wandertag

Freitag, 9. Juni 2017

Noch ganz unausgeschlafen verlasse ich um fünf vor neun die Herberge. Nachts hat es tatsächlich ein Gewitter gegeben. Meine Wäsche ist dennoch trocken geworden auf dem überdachten Balkon. Ich hätte große Lust auf einen Ruhetag. Einen halben wenigstens… gut essen, faulenzen, ein bisschen für mich sorgen und dann einfach gehen, so weit ich komme, und das müssten heute keineswegs unbedingt die 32 Kilometer bis Atienza sein – wozu schleppe ich denn den „Biwaksack“ mit, den ich mir aus zwei dieser dünnen Aluisomatten gebastelt habe? Ich schlafe doch leidenschaftlich gern irgendwo im Freien! Wahrscheinlich würde ich diese Etappe tatsächlich ganz entspannt angehen, wäre da nicht – die Michelle. Die ist natürlich längst unterwegs. Und erwartet mich heute Abend in Atienza. Und darum werde ich heute auch nach Atienza gehen… Aber wenigstens ein ausgiebiges Frühstück muss drin sein! Weiterlesen „Umwege und Abwege. Von Sigüenza über Carabías nach Atienza, 8. Wandertag“

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Durchs Tal des „Süßen Flusses“. Von Aragosa nach Sigüenza, 7. Wandertag

Donnerstag, 8. Juni 2017

Zielstrebig trägt die kleine Schnecke ihr schwarzbraun gemustertes Häuschen über den Weg. Ich lasse sie passieren, denn ich habe keine Eile. Es ist noch nicht einmal acht Uhr, und die heutige Etappe bis Sigüenza ist überschaubar, zwanzig Kilometer. Sogar Michelle hat heute ungewöhnlich lang geschlafen! Wir haben zusammen gefrühstückt, Milch und Orangensaft stand in unserem komfortablen Quartier bereit und richtig guten Kaffee konnten wir uns da zubereiten. Die Michelle ist dann trotzdem als Erste aufgebrochen, während ich noch die Küche aufgeräumt habe. Ja, wir verstehen uns gut, gerade auch in diesem Punkt: jede geht allein. Sie ist zielstrebig (wie die Schnecke, die da erstaunlich schnell meinen Weg kreuzt), und ich trödle gern ein wenig herum. Weiterlesen „Durchs Tal des „Süßen Flusses“. Von Aragosa nach Sigüenza, 7. Wandertag“

Von Cifuentes nach Aragosa, 6.Wandertag

Mittwoch, 7. Juni 2017

Draußen, vor den Gitterstäben des Fensterchens über dem Waschbecken, an dem ich mir die Zähne putze, geht die Sonne auf. Sieben Uhr. Richtig früh bin ich heute auf, so früh, dass ich mich sogar von Michelle verabschieden konnte! Ich räume die Decken auf, die unser Nachtlager waren, schalte den Strom ab, sperre die Tür zu und begebe mich zu der Bar „Salmeron“, in der man den Schlüssel abgeben muss und wo man zu dieser unmenschlichen Tageszeit bereits ein Frühstück bekommt.

Der Weg führt noch einmal durch´s Städtchen Cifuentes, an der „Puerta de Santiago“ vorbei, und dann hinaus in die anmutige Landschaft aus Olivenhainen, Getreidefeldern und Tafelbergen unter einem wolkenlosen Himmel. Noch einmal zeigen sich im Zurückblicken die beiden Zwillingstürme der Tetas und des Atomreaktors, und binnen einer Stunde bin ich in Moranchel. Weiterlesen „Von Cifuentes nach Aragosa, 6.Wandertag“