Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen. Von Quintanarraya nach Santo Domingo de Silos, 13. Wandertag

Mittwoch, 14. Juni 2017

Eigentlich hätte ich es inzwischen wissen können. Dass es nicht gut ausgeht, wenn ich zu früh aufbreche. Und ohne Frühstück. Ich bin eben ein ausgemachter Morgenmuffel… und da wird aus einer gemütlichen Etappe von überschaubaren vierundzwanzig Kilometern ganz schnell eine kopflose Fünfunddreißig-Kilometer-Hetzerei auf öden, geteerten Fahrbahnen… aber ich greife vor. Also schön der Reihe nach:

Der Wecker unserer farbenfrohen Fremdenführerin holt mich schon vor sieben Uhr aus meinen Träumen. Auch, wenn es schwer fällt, schäle ich mich unverzüglich aus meinem Schlafsack und bin kurz darauf fertig zum Abmarsch – heute wird nicht getrödelt, heute werde ich eines der schönsten Etappenziele erreichen, das Kloster Santo Domingo de Silos! Meine Selbstüberwindung ist freilich läppisch im Vergleich mit den Gepflogenheiten der Michelle. Die hat auch gestern wieder ihren Rucksack bereits fertig gepackt in den Vorraum gestellt und ist längst unbemerkt entschwunden, wirklich heldenhaft. Heute wird sie sich in Silos mit ihrer Schwester treffen, die in Spanien lebt. Quintanarraya liegt natürlich noch in tiefem Schlaf, aber bis Huerta del Rey sind es nur fünfeinhalb Kilometer, und dort werde ich bestimmt ein Frühstück finden, denn Huerta scheint ein etwas größerer Ort zu sein.

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Ich verlasse Quintanarraya auf der Landstraße und folge recht bald einem Pfeil, der nach rechts auf einen Wirtschaftsweg weist. Von ein paar flachen Gebäuden herüber verbellt mich ein ganzes Rudel aufgebrachter Kläffer, und im Näherkommen vernehme ich auch das Quieken derer, die dort drinnen eingesperrt sind – Schweine. Abgesehen davon ist es hier recht meditativ, immer schön eben und geradeaus, durch die klare blaue Morgenluft, begleitet von Hafer und Gerste und Kornblumen. Ich verliere das Gefühl für Zeit, trotte einfach dahin… bis es auf einmal aufwärts in einen Wald hinein geht, und da wache ich endlich auf. Es ist neun Uhr, ich müsste längst in Huerta del Rey sein, und stattdessen stehe ich jetzt auf diesem Berg! Und ich bin viel zu weit nach Osten abgedriftet! Wie konnte ich gar so trandöselig sein, dass ich das nicht bemerkt habe! Was nun? Ich werfe mein Gepäck im Schatten einer Kiefer ins Gras und suche mein Heil bei Googlemaps. Keine Internetverbindung… Muss ich umkehren? Nervös laufe ich herum, suche eine Zeitlang vergebens nach einem Anhaltspunkt, und dann zeigt mein Display doch etwas: nach links hinunter müsste ich auf eine Straße kommen, und die scheint tatsächlich nach Huerta del Rey zu führen… ich werde es versuchen. Schnappe mir den Rucksack und meine Umhängetasche und renne den Hügel hinunter, und tatsächlich gelange ich nach einer knappen halben Stunde auf die Straße. Da drüben liegt eine Ortschaft… Ich erwische einen Bauern auf dem Feld. „Ja, das ist Huerta del Rey. Von hier aus sind es genau vier Kilometer bis dort hin!“ Nun denn. Wieder halbwegs gefasst trabe ich die einsame Landstraße entlang. So schlimm ist es ja nicht. Dann werde ich eben zwei Stunden später ankommen als geplant. – Schneller als gedacht sind die vier Kilometer zurückgelegt. Eine hübsche Brücke führt über den Fluss in den Ort hinein, da muss ein Foto her! Ich greife nach der Kamera, die ich immer umgehängt trage, zusammen mit der kleinen Tasche. Aber – da ist nur die Tasche! Ich sehe im Rucksack nach. Hab ich sie eingepackt? Nein. Ich suche überall, wo ich suchen kann, viele Möglichkeiten gibt es ja nicht – die Rosalie ist nicht da. Mir wird ganz schwindlig. Fieberhaft überlege ich, wo ich sie zuletzt in der Hand gehabt habe. Ja, als ich den Schweinestall fotografiert habe! Oder vielleicht doch auf diesem Berg, auf den ich mich verlaufen habe? Ja, dort wird sie, glaube ich, im Gras liegen… ich muss zurück, sie holen! Völlig verstört möchte ich auf der Stelle umdrehen, aber ein Restchen Vernunft rät, mich doch zuerst nach einem Frühstück umzusehen… wer weiß, wie viel Blödsinn ich sonst noch anstellen werde! Zum Glück ist gleich um die Ecke eine Bar offen. Nach dem Kaffee fühle ich mich ein bisschen gefasster. Es ist ja erst halb Elf, gut zwei Stunden muss ich nun rechnen bis zu dem Hügel und zurück, aber bis Silos werde ich es auf jeden Fall heute schaffen, auch wenn der Kreuzgang nun wohl bis morgen warten muss. Am Dorfausgang winkt mir aus einem abgestellten Lieferwagen heraus ein Mann zu, fragt, wohin ich gehe, und ich erzähle ihm mein ganzes Schlamassel. „Nun, da wünsche ich dir Glück, dass du deine Kamera wiederfindest!“ tröstet mich der freundliche Mensch. Und nun hat das Universum wohl Mitleid mit mir, denn etwa auf der Hälfte der Straßenstrecke nimmt sich ein Ehepaar mit Auto meiner an, bringt mich bis an die Einmündung des Weges, von dem ich heruntergekommen bin – war es dieser Weg? Ganz sicher bin ich mir zunächst nicht, aber da ist eine Spur – meine Spur, ganz eindeutig! Ich verstecke den Rucksack im Gebüsch und fliege nun fast den Berg hinauf, während mir hemmungslos Tränen herunterlaufen und ich wie eine Närrin nach meiner Rosalie rufe… Da ist der Stein, auf dem ich gesessen bin, und da liegt sie, eingepackt in der violetten gepolsterten Tasche, die ich für sie genäht habe…mein Baby! Ach, wie glücklich und erleichtert drücke ich sie ans Herz! Jetzt ist alles wieder gut. Wieder auf der Straße, kommt mir ein Lieferwagen entgegen, hält an. Der freundliche Mann, dem ich vorhin mein Leid geklagt hatte. „Und, hast du deine Kamera gefunden? Steig ein, ich fahr dich!“ Er kehrt extra noch einmal um, um mich nach Huerta zurück zu bringen. Javier heißt er, und er erzählt mir, dass er schon einmal in München gewesen sei, seine Tochter hat dort gearbeitet. Wie könnte ich ihm danken? „Javier“, kann ich ihm nur sagen, „weißt du, dass du ein Engel bist?“ Denn er ist ganz sicher ein Engel!

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Wieder im Ort, kaufe ich im erstbesten Tante-Emma-Laden Proviant ein. Joghurt, ein Pfund Aprikosen, eine Dose Mais und eine neue Wasserflasche, denn ich finde hier keinen Brunnen. Die Aprikosen verdrücke ich gleich oben an der Kirche, von hier aus habe ich einen guten Überblick auf die Umgebung, und nun orientiere ich mich sehr sorgfältig. Dort unten fließt der Río Arandilla, dem muss ich folgen und dann bald auf eine Straße nach Pinarejos abzweigen… Kurz vor dieser Abzweigung kann ich aus einem alten Quellhäuschen mit zwei steinernen Bögen frisches, klares Wasser schöpfen. Dann geht’s bergauf, in den Wald hinein.

Ein schöner, stiller Kiefernwald. Kilometer um Kilometer. Insgeheim hoffe ich ja, dass mich nochmal ein freundlicher Zeitgenosse ein Stück im Auto mitnimmt. Aber hier fahren keine Autos, stattdessen donnern immer wieder Lastwägen vorbei, schwer beladen mit Holzstämmen. Irgendwo muss es hier eine „Zona Industrial“ geben, ich bin gespannt. Ein Sägewerk, eine Holzfabrik, hier mitten im einsamen Wald? Heiß ist es. Meine Schritte sind langsamer geworden. Irgendwo in der Nähe müsste es eine Kapelle geben, die Ermita Nuestra Señora de Pinarejos, aber heute habe ich keine Lust, danach zu suchen. Ich lasse mich lieber ein paar Minuten lang in der „Zona Recreativa“, einem Freizeitgelände mit Brunnen und Bänken, im Gras nieder und beobachte, wie die Holzlastwägen in Richtung „Doña Santos“ abbiegen. Hätte ich eine vernünftige Wegbeschreibung wie die Michelle, die einen dicken Packen ausgedruckter Din-A 4-Blätter der Jakobswegfreunde von Alicante mit sich herumschleppt, wüsste ich, dass auch der Pilgerweg hier eigentlich von der Straße weg führt. Ich dagegen muss mich an den manchmal nicht ganz zuverlässigen Angaben von Mundicamino orientieren und an den gelben Pfeilen, und die sind hier rar. Da drüben ist einer, er zeigt die Straße entlang, und auf Experimente möchte ich mich heute nicht mehr einlassen… außerdem hoffe ich immer noch auf das Glück einer Mitfahrgelegenheit. Aber jetzt kommt überhaupt kein Fahrzeug mehr, obwohl die Straße jetzt wieder breit und neu ist, frisch ausgebaut, mit ausgedehnten Seitenstreifen von nackter, steiniger Erde, in einer Kurve wurde ein ganzer Felshang weggerissen, wohl wieder so eine Schildbürgerinvestition mit EU-Geldern. Schade um die vielen schönen Bäume, die dieser Maßnahme zum Opfer gefallen sind. Immerhin geht’s jetzt bergab, und die kahlen Steilwände der Cervera, der Hochebene, in der das Kloster Silos eingebettet liegt, rücken immer näher.

Um dreiviertel Vier erreiche ich Mamolar, ein adrettes Dörfchen unmittelbar unterhalb der Sierra. Eine hübsche kleine Kirche, ein neues Rathaus, ein paar bewohnte Häuser. Überall zwitschern Schwalben. Die Bar ist um diese Zeit geschlossen. Aber auf der Plaza steht – ein Maibaum! Nach Peñacoba geht’s ein grünes Tal entlang, auf einem befestigten Sträßlein, nun wieder einem gemütlichen, schmalen. Und dann, endlich, ein Wegweiser: noch drei Kilometer nach Silos! Und fünfhundertfünfundzwanzig Kilometer nach Santiago. Auch der Camino del Cid ist markiert, in die Gegenrichtung, und da sehe ich nun auf einem Kartenausschnitt den Pfad, den es abseits der Straße gegeben hätte…

Diese drei letzten Kilometer lassen mich all das Unerfreuliche, das ich heute erlebt habe, sofort vergessen. Ein herrlicher Naturpfad in die felsige Wildnis hinein, zwischen Wacholderbüschen und niedrigen Kiefern hinauf auf die Hochebene. Beeindruckende Ausblicke. Ein großer Steinhaufen, der „Moreco del Santo“, erinnert an die Rückkehr der Reliquien des Heiligen Domingo ins Kloster, nachdem sie vor den Soldaten Napoleons in ein sicheres Versteck gebracht worden waren. An dieser Stelle, kurz bevor das Kloster in Sicht kommt, rasteten und beteten die Mönche, die die Urne nach Hause trugen, und seither, heißt es, legen die Pilger hier einen Stein nieder.

Ich hatte mir vorgenommen, diesmal meine Ankunft in Silos, am Heiligen Ort, dem eigentlichen, heimlichen Ziel meines Weges, langsam und ehrfürchtig zu zelebrieren. Letzten Sommer hatte ich mir nämlich auf der vorletzten Etappe vor dem Kloster eine Sehnenentzündung zugezogen und war deshalb die letzten Kilometer im Auto liebenswürdiger Touristen mitgefahren. Leider wird nun wieder nichts aus der Beschaulichkeit. Auch, wenn ich mich heute Nachmittag wirklich beeilt und nur ganz kurze Pausen eingelegt habe, den Zeitverlust durch meine Unbesonnenheiten am Vormittag habe ich nicht einholen können. Also hetze ich nun dieses Wegstück entlang, das wirklich mehr Aufmerksamkeit verdienen würde. Erst in dem großen Moment, als das Kloster unter mir ausgebreitet liegt, halte ich an. Wie vertraut ist mir noch der Anblick! Es ist fast sechs Uhr, um sieben beginnt die Vesper. Aber wenigstens die letzten Meter, von der Ermita de la Virgen del Camino den Kreuzweg hinunter, zwinge ich mich, ganz langsam zu gehen, ganz bewusst von einer Station zur nächsten…

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Unten angekommen, treffe ich auf Michelle und ihre Schwester. Die Beiden haben sich ein Hotelzimmer genommen. Wir werden uns zur Vesper wiedersehen, jetzt muss ich mich beeilen, um noch in die Herberge zu kommen, bevor die Klosterpforte schließt. Ich läute, die Tür tut sich auf, ein Mönch bittet mich, einzutreten, überraschend, denn das letzte Mal hatte man mich freundlich angewiesen, draußen zu warten. Die Fratres oder Patres, die den Wandelgang entlang eilen, sind in angeregtem Gespräch, grüßen mich, wirken weltoffen. Einer aber leistet mir Gesellschaft, er spricht ganz leise, und seine Augen strahlen von einem inneren Leuchten. Und dann bedankt er sich, dass ich, die Pilgerin, gekommen sei, und erklärt, dies sei etwas besonders Schönes. Er berührt mich am Arm, keineswegs unziemlich, sondern eher, um etwa eine Energie, die ihm und mir anhaftet, auszutauschen, um Anteil zu haben an meinem Pilger-Sein und vielleicht auch etwas weiterzugeben von seinem Mönch-Sein, jedenfalls empfinde ich es so. Noch einmal wiederholt er sein stilles „Gracias“. Ich weiß, er dankt nicht mir, dass ich gekommen bin. Er dankt Gott, den er in jedem Gast, in jeder Pilgerin erkennt, wie der Heilige Benedikt es lehrt, aber bei diesem Mönch ist es keine gelernte Lektion, sondern ein zutiefst verinnerlichtes Erkennen der Wirklichkeit. Auch ich sage „Danke“, für das wunderbare Geschenk dieser Begegnung. Nach einer Weile naht der Bruder, der für die Herberge zuständig ist, ich erkenne ihn natürlich sofort wieder. Er bringt mich zu dem Gebäude, das der Klosterpforte gegenüber liegt, schließt auf, und da steht ein Fahrrad, auf dem Bett Kleidung und Utensilien eines Pilgers. Ich werde also zum ersten Mal seit Cuenca einen Weggefährten treffen! Das Procedere ist das gleiche wie im letzten Jahr, genaue Begutachtung des Pilgerausweises, Schlüsselübergabe und ein persönliches Gespräch, das diesmal freilich nur kurz ausfällt, denn bald beginnt das Abendgebet. „Ah, du warst schon einmal hier… ja, irgendwie kommst du mir bekannt vor!“ Es bleibt gerade noch Zeit für eine schnelle Dusche.

Kurz vor Sieben empfängt mich das Halbdunkel des schlichten, stillen Kirchenraumes. Michelle und ihre Schwester sind schon da, ich setze mich leise neben sie. Heute sind nicht sehr viele Gläubige versammelt. Wer von ihnen mag der Pilger sein? Mein Blick trifft auf etwas zwar Halbverdecktes, aber Unverkennbares, das in einer Klarsichthülle steckt und just in diesem Augenblick in einer Jacke verschwindet – ein Credencial! Es gehört zu dem jungen Mann mit dem Haarknoten, den ich bereits draußen ins Visier genommen hatte… irgendwie erkennen sich die Pilger untereinander. Dann ziehen die Mönche ein, nicht so zahlreich wie im letzten Jahr, und der ruhig dahinfließende Psalmengesang bringt auch mich zur Ruhe.

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Anschließend sitze ich mit Michelle und ihrer Schwester in der Bar, es gibt natürlich, wie jeden Abend, einiges zu erzählen. Die Beiden werden morgen einen gemeinsamen „Urlaubstag“ verbringen. Jedes Jahr, wenn Michelle auf einem Camino in Spanien unterwegs ist, trifft sie sich einmal mit ihrer „spanischen“ Schwester, die selber nicht so viel für´s Pilgern übrig hat. Morgen wollen sie einen Ausflug in die Yeclaschlucht unternehmen und dann gemächlich im Auto nach Covarrubias und Mecerreyes fahren, sie laden mich dazu ein, aber ich möchte am Vormittag unbedingt noch einmal in den Kreuzgang und dann doch lieber zu Fuß weiterpilgern. Gegen Neun machen sich die Schwestern zu ihrem Hotel auf und ich zum Restaurant „Santo Domingo“, in dem ich damals meinen letzten Camino-Abend gefeiert habe. Wie vertraut das alles ist! Als wäre ich gerade vor zwei Wochen hier gewesen… Immer noch sitzt die füllige Chefin in ihrem geblümten Kleid an ihrem Tisch und begrüßt die Gäste. Der junge Mann mit dem Dutt sitzt auch da und blättert in der Speisekarte. „Du bist der Pilger mit dem Fahrrad, nicht wahr?“ spreche ich ihn an. Er heißt Jorge, kommt aus einem Vorort von Barcelona und hat auch schon etliche Jakobswege kennengelernt, zu Fuß und per Fahrrad, da gibt es natürlich jede Menge Gesprächsstoff. Dass Jorge wohl höchstens halb so alt ist wie ich fällt dabei überhaupt nicht ins Gewicht. Ich äußere mein Unverständnis über den in meinen Augen überdimensionierten Ausbau der Straßen in den abgelegenen Regionen, in der Hoffnung, irgendeine Erklärung dafür zu bekommen, aber da bin ich hier natürlich an der falschen Adresse. „Ich bin Katalane! Wir Katalanen finden die Politik der Spanier auch ziemlich verfehlt. Diese Baumaßnahmen sind einfach kurzsichtig. Man könnte ja zum Beispiel Gebiete für Touristen erschließen, damit durch die Straßen dann wieder Geld hereinkommt… aber stattdessen wird einfach irgendetwas gebaut, ohne Sinn, und in ein paar Jahren werden die Straßen wieder kaputtgehen. Ich verstehe es auch nicht.“ Wir finden noch genug erfreulichere Themen. Beispielsweise, wie man mit dem Fahrrad durch den Cañon de Caracena „fährt“. Oder die Information, dass Jorge vorgestern ein Fußpilger-Paar überholt hat. Und als ich gegen halb zwölf in den Schlafsack krieche, bin ich sehr zufrieden mit diesem Tag, der so unerquicklich begonnen hatte.

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Eigentlich gäbe es bis Burgos, abseits der markierten Route, einige Orte und Plätze, die ich sehr gern sehen würde, aber nun merke ich, dass meine Entdeckerlust einer leisen Sehnsucht nach zu Hause gewichen ist. Natürlich werde ich die Lücke bis Burgos schließen, auf der Ruta de la Lana. Aber eigentlich, denke ich beim Einschlafen, könnte ich hier aufhören… Santo Domingo de Silos ist ein würdiges Pilgerziel, und ich bin angekommen.

Im August 2016 habe ich eineinhalb Tage in Santo Domingo de Silos verbracht. Damals habe ich eine Menge Fotos gemacht und über diesen Aufenthalt, die Stundengebete und den Kreuzgang ausführlich geschrieben, so dass ich mich diesmal kurz fasse… ich möchte mich nicht wiederholen. Wenn Ihr, liebe Leserinnen und Leser, über Silos mehr von mir lesen möchtet – hier gehts hin:

https://gertrudisaltendorferblog.wordpress.com/2016/12/24/von-palacios-de-la-sierra-nach-santo-domingo-de-silos/

https://gertrudisaltendorferblog.wordpress.com/2016/12/31/ein-tag-in-santo-domingo-domingo-de-silos/

Länge der Etappe Quintanarraya – Silos (auf dem kürzesten Weg): 24,3 km

In Huerta del Rey gibt es Bars und Einkaufsmöglichkeiten (vor 10 Uhr Morgens ist allerdings nichts geöffnet!).

Die Etappe ist nicht ganz zuverlässig markiert, also aufpassen! (Auch meine Mitpilgerin hat sich kurz nach Quintanarraya zunächst verlaufen – der Weg biegt vor dem Schweinestall links ab und führt dann in der Nähe des Río Arandilla und der Straße nach Huerta del Rey.) An der Ermita Nuestra Señora de Pinarejos zweigt der Fußweg nach links von der Straße ab. Folgt man diesem, erreicht man die Abzweigung nach Santo Domingo de Silos von Penacoba aus und kommt dabei nicht durch Mamolar. Es empfiehlt sich, auch die Markierungen des Camino del Cid nicht außer Acht zu lassen.

Sowohl in Mamolar als auch in Peñacoba gibt es eine Bar, ob sie auch geöffnet sind, ist wohl Glückssache.

Die Mönche des Klosters in Silos betreiben eine kleine, aber schöne und sehr gut ausgestattete Herberge (4 Betten, Kochmöglichkeit, Geschirr…). Spende. Anmeldung an der Klosterpforte (Calle Santo Domingo, also nicht am Touristeneingang)

Selbstverständlich findet man in Santo Domingo de Silos auch Hostales, Hotels, Restaurants und einen Lebensmittelladen. Bei Vorlage des Credencials ist der Eintritt zum Kreuzgang für Pilger kostenlos (gemäß den Wünschen der Mönche), dies muss man dem Personal am Ticketschalter aber eventuell extra erklären.

Öffnungszeiten des Kreuzgangs und Gottesdienstzeiten:

http://www.abadiadesilos.es/visitas.htm

http://www.abadiadesilos.es/activida.htm

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