Führer, Karten, Unterkünfte

Die Ruta de la Lana ab Cuenca war, als ich sie ging, durchgehend mit gelben Pfeilen markiert, wobei die Qualität und Häufigkeit der Markierung je nach Gegend variierte. In den Provinzen Cuenca und Guadalajara war sie sehr gut, hier gab es teilweise sogar aufwändig gestaltete Tafeln mit Informationen zu Wegverlauf, Sehenswürdigkeiten und Unterkünften, während man in der Provinz Soria teilweise sehr achtsam sein musste, um die Pfeile zu finden. Wo die Ruta de la Lana identisch mit dem Camino del Cid verläuft, kann man sich gut auch an diesem orientieren. Wer also ein gewisses Risiko, sich hin und wieder etwas zu verlaufen, in Kauf nimmt, kann die Ruta de la Lana durchaus auch ohne Wegbeschreibung bewältigen.

Dennoch ist es sehr hilfreich, einen aktuellen Wegführer zu benutzen. Aber Vorsicht – ältere Führer (etwa Mundicamino oder die Seite todosloscaminosdesantiago.com und andere)  geben nicht immer den aktuellen Wegverlauf wieder! Die einzigen (mir bekannten) Wegführer auf dem aktuellen Stand sind:

1. http://www.caminosantiago.org/cpperegrino/caminos/caminover.asp?CaminoId=9

herausgegeben von der Federación Española de Asociaciónes de Amigos del Camino de Santiago.

2. http://www.encaminodesdealicante.org/contents/otros-caminos/ruta-de-la-lana/guia-camino-de-la-lana-1.pdf

herausgegeben von der Asociación de Amigos del Camino de Santiago de Alicante

Beide Führer haben ihre Vor- und Nachteile, letzterer besticht durch die sehr guten Karten und die Möglichkeit, ihn offline zu nutzen (ausgedruckt allerdings ein nicht unbeträchtliches Zusatzgewicht 🙂 )

Beide Führer weisen in vielen Orten auf Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten hin, diese Angaben sind jedoch mit größter Vorsicht zu genießen! Vieles davon sind, wenn überhaupt, nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, etwa am Wochenende oder während der Sommerferien. Im Juni stand ich häufig vor verschlossenen Türen. Praktisch bedeutet das: immer Vorräte bunkern, sobald sich mal die Möglichkeit dazu bietet!

Verschlossen sind, leider, aber auch verständlicherweise, die meisten Kirchen. Gelegentlich hat man das Glück, zur Messe anzukommen oder eine „persönliche Führung“ zu erleben.

Die in den genannten Führern angegebenen Unterkünfte, Preise und Telefonnummern dürften dem derzeitigen Stand entsprechen, können sich aber gegebenenfalls natürlich ändern.

Es gibt an fast jedem Etappenziel eine Pilgerherberge, und diese Herbergen sind in den meisten Fällen sehr gut ausgestattet, manche (z.B. Cuenca, Villaconejos, Salmerón, Viana de Mondéjar, Santo Domingo de Silos, Mecerreyes…) sind ganz hervorragend! Hier möchte ich den zuständigen Jakobswegfreunden ganz herzlich dafür danken! Einige wenige Unterkünfte sind eher einfach, aber das dürfte für Pilger kein Problem sein. Auch auf der Ruta de la Lana wird die Herbergssituation ständig verbessert, so gibt es inzwischen Herbergen, die in den oben genannten Führern noch gar nicht enthalten sind, etwa in Atienza und Miedes de Atienza, und auch in San Esteban de Gormaz scheint eine Pilgerherberge im Entstehen zu sein.

Interessant ist vielleicht auch diese Seite des Instituto Geográfico Nacional, wo man sich alle Jakobswege in Spanien herunterladen und auf Online-Karten ziehen kann:

http://centrodedescargas.cnig.es/CentroDescargas/loadCamSan.do;jsessionid=2E1F808E969232DF5EAC34E8B3B36FFE  (für die Ruta de la Lana ziemlich weit nach unten scrollen)

Danken möchte ich hier all den liebenswerten Menschen, denen ich auf meinem Weg begegnet bin. Die mir freundliche Worte und ihr Lächeln geschenkt, mich im Auto mitgenommen oder in ihr Haus eingeladen und mir zu essen gegeben haben! Und nicht zuletzt gilt mein inniger Dank dem, der diese herrlichen Landschaften, die Blumen und Tiere geschaffen, mich mit strahlendem Wetter beglückt und mich stets behütet und begleitet hat.

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Ankunft und Abschied. Von Mecerreyes nach Burgos, 15. Wandertag

Freitag, 16. Juni 2017

Heute werde ich in Burgos ankommen und Abschied nehmen von der Ruta de la Lana. Es wird kein schmerzhafter Abschied sein, denn in wenigen Wochen werde ich wieder in dieses geliebte Land Spanien reisen dürfen. Und ich freue mich auf zu Hause. Auf meine Kinder. Meine Freunde. Meinen Garten… Von dieser letzten Etappe erwarte ich mir keine großen Abenteuer mehr – außer einem. Pepe in Villaconejos hat davon geredet. „Auf der letzten Etappe“, hat er gesagt, „ gibt’s einen Tunnel, 600 Meter lang, ohne Licht!“ Das hat was. Am Ende werde ich aus einem dunklen Gang unter der Erde auftauchen wie aus einem Geburtskanal – was für eine schöne Symbolik zum Abschluss eines Pilgerweges! Ich bin gespannt. Weiterlesen „Ankunft und Abschied. Von Mecerreyes nach Burgos, 15. Wandertag“